Suche






Web 2.0 - Services

     

Tipps fürs Kochen im Ferienlager PDF Drucken E-Mail

Tipps fürs Kochen im Ferienlager * Kochbücher * Die richtigen Lebensmittel-Mengen 


 Einige Worte vorweg

 Kochen in einem Ferienlager ist eine große Aufgabe. Es müssen jede Menge Zutaten eingekauft und verarbeitet werden, es muss auf die Wünsche und Besonderheiten der Kinder (Allergien, Unverträglichkeiten, …) eingegangen werden und es muss im Team gearbeitet werden. Damit ist nicht nur das Küchenteam gemeint. Kochen im Lager funktioniert nur, wenn das Küchenteam und das restliche Lagerteam eng zusammenarbeiten und sich absprechen.

Küchenausstattung

Bei der Küchenausstattung muss man zuerst zwischen Hausfreizeiten und Freizeiten auf Zeltplätzen unterschieden werden. Bei Hausfreizeiten sind die Küchen meist gut ausgestattet, so das außer den Lebensmitteln nichts mitgebracht werden muss. Ob dies wirklich so ist, lässt sich meist mit einem Blick in die Hausunterlagen erfahren oder bei einem Telefongespräch mit dem Ansprechpartner des Hauses. Auf einem Zeltplatz sieht das ganze schon wieder etwas anders aus. Hier wird meistens in einem eigenem Kochzelt gekocht. Die Ausstattung für dieses Küchenzelt hängt zum einen von der Größe des Zeltes als auch von der Gruppengröße ab.

Beginnen wir bei den Töpfen: Standardmäßig kann man sagen, dass man für 100g Nudeln etwa 1l Wasser benötigt. An einer solchen Beispielrechnung könnt ihr die Größe der benötigten Kochtöpfe errechnen. Große Töpfe gibt es zum einen im Großmarkt (bspw. Edeka C&C) oder bei Bestellgroßhändlern. Ihr könnt aber auch bei befreundeten Vereinen oder Verbänden nachfragen. Gerade, wenn ihr ein erstes Lager startet, solltet ihr euch Material leihen um herauszufinden, ob dieses für eure Zwecke geeignet ist. Zu den Töpfen gehören dann natürlich auch typische Kochwerkzeuge wie Topflappen, Schöpfkellen in verschiedenen Größen, Siebe, Schneebesen und natürlich auch Kochlöffel. Die Töpfe sollten am besten aus Aluminium sein. Diese haben den Vorteil, dass sie relativ leicht sind.

Zum Anbraten bieten sich ein Gasgrill mit einer große, etwa 80*60cm großen Pfanne an. Eine andere Möglichkeit sind runde Pfannen, die auf einem Gasgrill gesetzt werden. Diese sind allerdings für große Gruppen ungeeignet. Zu einer Pfanne gehören dann natürlich Pfannenwender.

Zum Vorbereiten der Lebensmittel sollte eine hygienische Unterlage geschaffen werden. Dazu bietet sich eine abwaschbare Wachstischdecke an. Dennoch darf nicht auf Schneidebrettchen verzichtet werden. In diesem Zusammenhang bieten sich auch gleich scharfe (Vorsicht, wenn Kinder damit schneiden!) Küchenmesser in verschiedenen Größen an. Zum Schälen von Gemüse sollte nicht auf Sparschäler verzichtet werden. Kleinere Mengen Brot können leicht mit einem Brotmesser geschnitten werden. Bei größeren Mengen bietet sich die Mitnahme einer Brotschneidemaschine an.

Zum Lagern der Lebensmittel sollten Dosen und Schüsseln in verschiedenen Größem mitgenommen werden. Weiteres "Werkzeug"für den Küchenalltag: Dosenöffner, Trichter, Messbecher, Spülbürste, Grillzange, Teeei,...

Zum Austeilen der Lebensmittel sollten große Schüsseln oder saubere Waschwannen verwendet werden. Diese Waschwannen sollten dann aus hygienischen Gründen für nichts anderes verwendet werden. Am Besten, ihr kennzeichnet diese als Lebensmittelwanne.

Damit die Kinder ihr Geschirr und ihr Besteck selber spülen können, solltet ihr zwei Waschwannen bereitstellen: die eine mit heißem Wasser und Spüli; die andere mit kaltem, klaren Wasser zum Nachspülen. Geschirrtücher sollten die Kinder ebenso wie Geschirr und Besteck selbst mitbringen.

Zum Ausschank von Getränken bieten sich Wasser-Kanister oder ähnliche verschließbare Behälter mit einem Schankhahn an. Auch hier sollte darauf geachtet werden, dass wirklich nur Getränke darin transportiert werden und die Kanister ordentlich gereinigt werden.

Zum Abspülen der Küchengerätschaften wird desweiteren benötigt: Spüli, Geschirrtücher, Spülschwämme und Spültücher.

Was immer im Küchenalltag gebraucht wird und in der vorhanden sein sollte, sind Gewürze, Alufolie, Müllbeutel, Einweghandschuhe, Frischhaltefolie, Wäscheleine & -klammern und Küchenrolle.

Die hier vorgestellte Ausstattung stellt den Grudstock einer Lagerküche dar. In eurem Alltag werdet ihr immer wieder auf Kleinigkeiten stoßen, die ihr noch zusätzlich braucht. 

Eine Beispielküchenausstattung für knapp 50 Personen könnt ihr euch hier noch einmal genauer ansehen. Mehr dazu...


 Hygienevorschriften im Ferienlager

Lebensmittelinfektionen sollen bei Vereinsfesten, Freizeiten usw. vermieden werden. Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) stärkt unter anderem die Mitwirkung und Eigenverantwortung der Organisation, Veranstalter und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Beim Umgang mit Lebensmitteln auf Freizeiten, Festen oder ähnlichen öffentlichen Veranstaltungen müssen besondere Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden. Grundlage hierfür ist u.a. das Infektionsschutzgesetz. Personen, die Lebensmittel verteilten (z.B. Kuchen abgeben beim Gemeindefest oder auf der Kinderfreizeit schöpft ein Mitarbeitender die Suppe aus einem Topf und verteilen diese in die Teller der Kinder), behandeln oder in Verkehr bringen sowie in der Küche einer Gaststätte oder Gemeinschaftseinrichtung (Freizeitheim, Kantine, Jugendcafé et.) arbeiten, müssen eine Bescheinigung des Gesundheitsamtes vorweisen. Auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die "nur" pädagogisch tätig sind (z.B. Freizeitmitarbeitende) muss der Träger dieser Maßnahme im Sinne IfSG belehren. Mehr dazu...

Zu beachten ist bei diesen Regelungen, dass sie von Bundesland zu Bundesland verschieden geregelt sein können. Am besten erkundigt ihr euch bei euren Jugendring oder beim Gesundheitsamt nach den geltenden Vorschriften für Ferienlager in eurem Bundesland.

Wie erstelle ich einen Wochen-Kochplan?

Das Essen auf Freizeiten sollte natürlich abwechslungsreich sein. Beim Frühstück kann es zum Beispiel als Highlights einmal Eier geben. Ein anderes Mal stehen Cornflakes und ein Müsli mit auf dem Buffett oder frisches Obst wird gereicht. Auf den meisten Freizeiten wird nur einmal am Tag warm gekocht. Da am Nachmittag das Küchenteam mehr Zeit hat, bietet sich das Abendessen als warme Mahlzeit an. Zum Mittagessen kann es einfach ein kaltes Buffett auf Wurst, Käse und Salat geben. Da das Küchenbudget meist zwischen 3 und 5 Euro am Tag liegt, muss also sparsam mit dem Geld umgegangen werden. Das heißt nicht, dass vermeindlich teure Lebensmittel nicht auf dem Speiseplan stehen sollten.

Vielmehr bietet sich eine gesunde Mischung an: Fleisch ist eines der teuersten Lebensmittel. Deshalb kann zum Beispiel täglich zwischen Gerichten mit Fleisch und vegetarischen Gerichten gewechselt werden. Außerdem sollte darauf geachtet werden, ob ihr an den einzelnen Tagen Lebensmittel, die frisch besorgt werden müssen, auch einkaufen könnt. Hackfleisch sollte zum Beispiel gleich am Tag des Einkaufs verarbeitet werden. Wenn ihr also keinen Metzger habt, der euch am Sonntag das Fleisch verkauft oder liefert, sollten Speisen mit Hackfleisch nur Montag bis Samstag auf dem Programm stehen.

Als erstes sollte immer die Hauptspeise ausgesucht werden. An Hand dieser kann man dann festlegen, welche Beilagen und  Salate dazu passen. Dabei muss natürlich auch auf die zur Verfügung stehenden personelle Ressourcen geachtet werden.

Wenn eure Freizeit unter einem Motto steht, könnt ihr auch das Essen passend zum Motto benennen. Sehen die Kinder den Speiseplan mit den verschlüsselten Gerichten, haben sie immer Spaß daran zu erraten, was sich hinter den seltsamen Begriffen verbergen könnte. Ein Beispiel gefällig: Auf einer Piratenfreizeit können Fischstäbchen zu Käpten Iglus Leibgericht werden.

Ein Problem auf dem Speiseplan stellen Süßspeisen, wie Milchreis, Grießbrei oder auch Kaiserschmarrn, dar. Diese sättigen nur kurzfristig und sollten deshalb im Speiseplan dementsprechend passend platziert werden.

 Essen als Erlebnis

Häufig werden Kinder an der Essensvorbereitung im Ferienlager beteiligt. Das kann das Essen für Kinder zu einem wahren Erlebnis machen, denn wer wird nicht gerne von anderen Teilnehmern für das gute Essen gelobt? Und beim gemeinsamen Kartoffel schälen kann man sich ja auch gut mit den Kindern über das Lager, ihre Probleme und Wünsche unterhalten. Die Essensvorbereitung kann also die Kommunikation und das Team stärken. Doch nicht nur die Vorbereitung, auch das Essen kann ein Erlebnis werden: in dem Kinder Neues kennenlernen. Das kann ein neues Gericht sein oder auch fremde Essgewohnheiten. Mehr dazu kannst du im Handbuch "Faszination Outdoor-Küche" erfahren. Besuche einfach unseren Kochbuch-Bereich. 


 Kinder in der Küche

Je jünger und kleiner die Teilnehmer sind, desto weniger Möglichkeiten hat man, sie sinnvoll in die Essensvorbereitung einzubinden.Diese Altersgruppe würde gerne helfen, ist aber noch zu jung für viele Tätigkeiten.

Den älteren Teilnehmern (ab ca. 15 Jahre) mangelt es dagegen oft an Lust und an Erfahrung bei der Küchenarbeit.
Sie könnten sinnvoll helfen, wollen aber oft nicht.

Was können jüngere Teilnehmer tun? Was ist sinnvoll und möglich? Tisch decken, Brot schneiden, Tische abräumen,
Tische abwischen, Geschirr abtrocknen usw. sind bereits für junge Teilnehmer (ab ca. 7 Jahre) machbar.
Gemüse, Salat oder Obst putzen und schneiden müssen genau erklärt werden. Hohe Ansprüche dürfen an die Ergebnisse also nicht gestellt werden!

Der Umgang mit Frisch-Fleisch, Wurst oder Fisch ebenso wie der Umgang mit Messern, Schälern und Kochern sollten den „Erwachsenen“ vorbehalten bleiben. Sicherheit und Hygiene gehen vor Partizipation!

Beabsichtigt man die Beteiligung der Teilnehmer an der Vorbereitung, ist zu berücksichtigen, dass Kinder mehr Zeit benötigen als Erwachsene. Manchmal muss auch noch nachgearbeitet werden. Außerdem muss den Teilnehmern vieles mehrmals gezeigt werden, bevor sie es umsetzen können. Je nach Helferzahl sollte dementsprechend ein Zeitpuffer eingeplant werden.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten Speisen innerhalb eines Spiels „vorzubereiten“, z.B. Kartoffelschälen auf Zeit oder das längste Stück Kartoffelschale… Man sollte jedoch bei der Planung solcher Aktivitäten den Ehrgeiz der Teilnehmer nicht außer Acht lassen. Bei solchen spielerischen Aktivitäten ist dennoch unbedingt auf die Hygiene zu achten, d.h. die Teilnehmer müssen Hände waschen und sorgfältig mit den Lebensmitteln umgehen.

Dennoch sollte bei der Verwendung von Lebensmitteln als Spielmaterial auf eine pädagogische Verwendung geachtet werden. Es sollte betont werden, dass Lebensmittel ein wertvolles Gut sind und dass diese nicht überall auf der Welt in solch großer Auswahl zur Verfügung stehen wie bei uns. 

Das große Einkaufen

Kurz vor dem Lager sollte die Küchencrew sich darum kümmern, dass alle nicht verderblichen Lebensmittel eingekauft und gut verstaut werden. Verderbliche Lebensmittel sollten von einem Teil der Küchencrew täglich frisch eingekauft und zügig verarbeitet werden.

Zur Lagerung der Lebensmittel bieten sich Kisten aus Holz oder Kunststoff an. Auch in Waschwannen können die Lebensmittel gut gelagert werden. Vor dem Zeltlager sollte ein Besuch der Gegend um den Zeltplatz auf dem Programm stehen, um herauszufinden, wo man zu welchen Öffnungszeiten welche Lebensmittel besorgen kann und ob zu Beispiel ein Bäcker in der Nähe auch seine Produkte an den Platz liefern würde. Nach einem netten Gespräch mit den Besitzern der Geschäfte bekommt ihr vielleicht sogar einen Rabatt auf eure Einkäufe. Wenn ihr die Feizeit über eure Einkäufe beim Bäcker oder Metzger anschreiben lassen könnt, ist am Ende der Woche meist noch ein kleiner Nachlass für euch "Großkunden" drin.

Größere Mengen an Lebensmitteln wie Brot oder Fleisch solltet ihr einige Tage vorher beim jeweiligen Geschäft vorbestellen, damit dann auch wirklich genug da ist und ihr nicht spontan euren Küchenplan umstellen müsst. Großpackungen solltet ihr nur kaufen, wenn ihr diese auch vollständig aufbraucht. Und auch hier gilt: Preise vergleichen! Nicht immer sind Großpackungen wirklich günstiger als "normale" Größen. Achtet beim Einkaufen auch auf die Verpackungen. Achtet im Sinne des Umweltschutzes auf möglichst recycelbare Verpackungen und produziert möglicht wenig Müll.

Eine Möglichkeit Geld zu sparen sind zum Beispiel auch Spenden von Eltern: bittet am Elternabend um Kuchen- oder Marmeladenspenden. Gerade im ländlichen Bereich wird häufig noch Marmelade selbst hergestellt. Da geben bestimmt einige Familien gerne ein oder zwei Gläser für die Freizeit ihrer Kinder ab. Bei den Kuchenspenden solltet ihr euch unbedingt sämtliche Zutaten des Kuchens notieren lassen, um die Zutaten mit den Allergien der Kinder abzugleichen. Nicht Lager-geeignet sind natürlich Sahnetorten und ähnlich, leich verderbliche, Kuchen.


 Rezepte

Du willst nun konkrete Rezepte fürs Ferienlager? Dann empfehlen wir dir einen Blick in unseren Kochbuch-Bereich . Dort findest du eine Reihe von Küchbüchern, die speziell für Ferienlager und Gruppen entwickelt worden sind. Alle diese Bücher wurden von erfahrenen Ferienlager-Mitarbeitern bewertet. Weitere Rezepte findet ihr zum Beispiel im Gruppenstunden-Ideen-Katalog oder auch bei ScoutNet.

Bei der Auswahl der Rezepte sollte immer auf die vorhandene Ausrüstung, die Erfahrung des Küchenteams, die Größe der Gruppe und die zur Verfügung stehende Zeit geachtet werden.

 Gewürze

Außer Salz können alle anderen Gewürze in haushaltsüblichen Größen gekauft werden. Sämtliche aufgeführten Gewürze nur in haushaltsüblichen Dosen und Größen kaufen. Großverbrauchereinheiten sind nach dem Lager nicht sinnvoll weiter zu nutzen.

Materialliste Gewürze:
· 1 kg Salz
· 2 kg Zucker
· 2 Dosen Pfeffer schwarz (70 g)
· 1 Dose Paprika scharf (60 g)
· 1 Dose Curry (60 g)
· 1 Dose Thymian (12,5 g), nur bei Bedarf
· 1 Dose Muskat (60 g)
· 1 Dose Majoran (12,5 g), nur bei Bedarf
· 1 Dose Kräuter der Provence (15 g)
· 3 Dosen Brühe je 7 Liter
· 10 Packungen Zitronensaft

 Abschmecken der Gerichte

Wenn man privat oft kocht bzw. mit der Zeit bekommt man ein Gefühl für die Menge der Gewürze. Lieber zunächst schwächer würzen und später noch nachwürzen.

Für kleinere Kinder die Gerichte nicht zu scharf abschmecken –lieber für die Älteren Gewürze zum selbst würzen bereitstellen (z.B. bei Chilli).


 Essensreste - und nun?

Grundsätzlich könnte man heute alle Gerichte bis zum nächsten Tag aufheben, wenn man entsprechende Kühl-Möglichkeiten hat. Trotzdem gibt es Gerichte, deren Einlagerung nicht empfohlen werden kann:

  • - Fischgerichte, egal ob Frisch-oder Tiefkühlfisch
  • - Pilzgerichte mit frischen Pilzen

Sind keine Kühl-Möglichkeiten vorhanden, sollten aufgehobene Gerichte nicht mehr an die Kinder verteilt werden. Weiterhin sollte bei warmen Gerichten, die bereits am Vortag vorgekocht werden die Zugabe von Sahne, Sauerrahm, Creme fraiche, Joghurt usw. nicht am Vortag erfolgen.

Wie zu hause auch, kann ich Reste einfallsreich wieder verwenden:

  • - „eingeschnittene Klöße“
  • - Gebratene Nudeln, Schinkennudeln
  • - Bratkartoffeln, evtl. mit Speck oder Wurst
  • - „Bauernfrühstück“ mit Eiern

Die Erfahrung zeigt, dass das bei Kindern immer gut ankommt!

 
RocketTheme Joomla Templates
Ziel:medien